Port Dickson/Malaysia - Manila/Philippinen

 

Mai 2013: 33 Grad Celsius, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.

 

Wir haben vorgestern vor Bruneis Royal Yacht Club den Anker fallen lassen. Seit einer Woche waren wir nonstop unterwegs, zu viert, zwei Franzosen, zwei Deutsche. Die Delfin wiegt 32 Tonnen, ist 17 Meter lang und als Schoner getakelt. Eine gutmütige alte Lady, die bei ordentlichem Wind schon mal ihre 12 Knoten läuft, aber bei einer Brise nach der Unterstützung der Maschine  verlangt. Wettermäßig war alles dabei: Erst haben uns Regenböen und steile Wellen die Strasse von Malakka herunter getrieben, dann sind wir einen ganzen Tag lang an Ankerliegern vorbei durch die Strasse von Singapur motort. Endlich raus aufs Südchinesische Meer, zunächst im Gezeitenstrom, dann mit wechselnden Winden, unter Motor, unter Segeln. Richtung 70 Grad, nordwestlich Borneos liegt Bunguran Barat, eine indonesische Insel, die wir im Dunst sehen, ein paar Fischer tauchen auf und winken fröhlich. Mit zweihundert Meilen Abstand zum Land und Etmalen von 150 Meilen haben wir uns dann nach Osten bewegt. Für den Naturfreund war einiges dabei: Wasserschlangen, Haie, Wale, Schwertfische, die wie Raketen aus dem Wasser schießen, 3 Meter hoch. Nachts Wetterleuchten, überall funkt und funkelt es, man sitzt mit freiem Oberkörper an Deck, weicht Fischern, Frachtern und Bohrinseln aus, das Schiff läuft, die nächste Wache kommt rauf. Wann, wenn nicht jetzt kommt man zum Lesen!? Ein paar Fische haben wir auch gefangen. Den Barrakuda gab es gestern morgen mit Reis-Curry zum Frühstück, von Carlos zubereitet, unserem Bootsmann, einem ehemaligen Fremdenlegionär. In Brunei werden wir gemäß den Wünschen des Managements Diesel bunkern, 30 Cent der Liter. Wenn es hier etwas gibt, dann Sprit. Bald geht es weiter nach Norden, Richtung Manila. Wahrscheinlich gehen wir östlich der Palawan-Insel hoch, durch die Sulu-See, die in unserem Handbuch (Cruising the South Chinesian Sea, Volume 2, Imray 1997) noch als piratenverseucht beschrieben wird. Aber die Cruiser, die wir im Brunei Yacht Club trafen und die meist von dort kommen, berichten, dass es kein Problem sei: "Passt auf die Perlenfischer auf und geht nur nicht nach Mindanao, dort gibt es Islamisten." Na Hauptsache, der Ärger bricht nicht an Bord aus. Zwei Skipper, zwei Systeme. Ich bin bei diesem Trip der First Mate, Matthias war schließlich schon seit Sri Lanka an Bord der Dolfin. Meist können wir uns sinnvoll ergänzen. Es gab auch schon Ärger, unterschiedliche Ansichten zu Rechten und Pflichten der Schiffsführung. Aber alles wieder o.k.. Obwohl in Brunei offiziell kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, hat die Crew nach unserer Ankunft im Königlichen Yachtclub einen Deal mit dem Wirt gemacht und erstmal ordentlich einen gebechert. Mich haben sie damit unfreiwillig zum Fremdschämen gezwungen. Nüchtern bleiben, heißt oft, seine gesamte Toleranz zu bemühen. Natürlich muss man auch auf die Toleranz der anderen hoffen, schließlich ist man ja auch eine Spassbremse. Ich kann diese Sauferei (noch dazu in den Tropen!) aber einfach nicht mehr vertragen, noch habe ich besonderen Spass daran. Also halte ich mich raus und passe auf, dass später, wenn es mit dem Dingi zurück zur Yacht geht, niemand von den Salzwasserkrokodilen gefressen wird

 

 

After the arrival in Manila

Moored  the schooner "Dolfin" today in Mariveles, Manila Bay.

We were on a delivery from Malacca Srait, Kuala Lumpur,  Malaysia, with a stopover in Muara, Brunei. 

In these waters one may assume the dangers come from the outside: Pirates, heat, thunderstorms, taifuns collisions with logs or unlit smallcrafts, failing engines in calms, whatever. But we had a problem with the crew: A meutery onboard.

A deckhand, french, tough cookie, former soldier of the foreign legion, with close ties to the management of the yacht, took  influence into the decision of the skipperteam,  which normally has to be independent. The skippers former plan, to possibly stop on the Palawan Island, at Puerto Princesa, on the 750 nm trip from Brunei to Manila was hindered. After all, the fact that we went non-stop to Manila-Bay was not based on nautical knowledge or weather information,  but constraint and soldiers obedience. To oppose against this, would have meant to turn the open conflict onboard into a aggressive one. 

Maybe we should have taken him down, I think we would have had the right to do so. But we didn't want to start a war 200 miles offshore. To keep the peace, we had to accept the game, that was played.

All went well in the end, as said before, we moored today, after 4 days at sea since Brunei. But still it is thrilling to me, that a guy without any qualified nautical knowledge, can force you onto "Dangerous Grounds". Thats the real name of the area, we were sailing through in the South Chinesian Sea, instead of the other, safer route. I shouldn't forget to ad: our french soldier is a nice guy and  served us dinner every evening. He killed the big fish he caught beforehand with a grainy knife and a smile on his lips! The strangest thing: I somehow like the guy. Or am I just suffering from the Stockholm Syndrome?

 

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